14.12.15

Organisiert Leben 4 - Die systematische Betrachtung

- Teil 4 der Fly-Serie - 


Im dritten Teil habe ich die zeitliche Einteilung der FlyLady-Haushaltsführung erklärt. Folgt nun die räumliche: 

Der Wohnraum wird in mehrere Ebenen unterteilt:

* Zonen
* Hot-Spots
* "Shiny sink"

Zonen:
Zonen bilden die grundlegende Einteilung der Wohnung. Hier gibt Pam Young eine Einleitung zu den Zonen. Das hier sind Fly Ladys Zonen. Der Sinn hinter den Zonen ist ganz klar: fokussiert bleiben. Für uns ablenkungsgefährdete SHEs sehr hilfreich. Wie gesagt findet in den Zonen die Tiefenreinigung statt. Aber zunächst wird jede Zone entrümpelt (dazu später).


Hot-Spots:
Dort, wo sich unwiderstehlich alles Zeug sammelt, die Orte, die nach 5 Minuten wieder komplett zugemüllt sind - das sind unsere Brandherde (Hot-Spots). Es gibt mehrere Brandherde in einer Wohnung, und Teil jeder Abend-Routine sollte es sein, die Hot-Spots freizuräumen.


"Shiny sink":
Was Cilley über die Shiny sink zu sagen hat, gleicht einem Mantra: Shine your sink! (Bringe Deine Spüle zum Glänzen). Warum gerade die Spüle? Simpel: Irgendwo muss man ja anfangen. Anderswo sagt sie, dass jeder Raum seine eigene "glänzende Spüle" hat - der Bereich, der einen ganzen Raum entweder unordentlich oder aufgeräumt erscheinen lässt. Im Schlafzimmer ist es das Bett, im Wohnzimmer vielleicht der Esstisch, und in der Küche eben die Spüle. Diese Orte frei zu halten ist neben den Hot-Spots vielleicht das Wichtigste an unseren Routinen.

Damit ist die Systematisierung des "Lebensraums" Haushalt erstmal komplett. Wie wir uns nun durch diese Räume arbeiten können, sie in (einigermaßen akzeptabler) Ordnung halten können, bespreche ich im nächsten Teil. Dort wird es um die Werkzeuge gehen, die uns Flugaspiranten an die Hand gegeben werden, um durch den Tag zu fliegen...

Noch ein letztes Wort zum Sinn oder Unsinn dieser Fly-Serie: Wie oben beschrieben, ist die erste Aufgabe, die ein junger Flugaspirant bekommt, das Entrümpeln der Wohnung (declutter). Jeder von uns hat einfach SO. VIEL. ZEUG! Das Entrümpeln zeigt in zwei Richtungen: erstens wird die Wohnung ordentlicher und einfacher zu pflegen (Cilley: You can't organize clutter, you can only get rid of it!), zweitens werden wir uns darüber bewusst, was wir alles haben, und das wir eigentlich so Vieles gar nicht brauchen. Entrümpeln ist immer der erste Schritt in Richtung minimalistisches Leben. Insofern passt eine Serie über Haushaltsführung und Ordnung-Halten meiner Meinung nach perfekt zu einer nachhaltigen, minimalistischen Lebensführung. 

Was denkt ihr? Hinterlasst einen Kommentar, wenn Euch was unklar ist, etwas fehlt oder ihr anderer Meinung seid. Ich freue mich auf Austausch!

09.12.15

Einab im Dezember - Filz-Korb DIY


Und wieder einmal darf ich stolze Gastgeberin der Blog-Parade "Einfach.nachhaltig.besser.leben" [Einab] sein! Maria, Marlene, Zora, die Zwergenmama und ich wollen dem Thema Nachhaltigkeit eine breitere Basis verschaffen und BloggerInnen mit grünen Themen über unsere Blog-Parade vernetzen. Wie das bisher aussah könnt ihr auf Pinterest nachschauen. Mehr Infos findet ihr hier. Mitmachen kann wie immer jeder mit eigenem Blog: einfach unten über Inlinkz selbstständig verlinken (bitte achtet auf den korrekten Backlink). Eine neue Pinterest-Wand wird es auch geben. 

Mit meinem ersten Einab-Beitrag bin ich erst einmal sehr unweihnachtlich unterwegs. Wie meine letzten Beiträge zeigen, bin ich ja gerade zum Ordnungs-Apostel geworden (Teil 1, Teil 2, Teil 3). Im Zuge der Ordnerei fiel mir auf einmal auf, dass in meiner Wohnung ein frappierender Mangel an Ordnungssystemen (Körben, Kisten, Schachteln, ...) herrscht. Wer hätt's gedacht: Um Ordnung zu halten, braucht man Dinge, mit denen man Ordnung halten kann! Vor allem meine Schubladen und Schränke sind diesbezüglich in einem desolaten Zustand: Alles wird mehr oder minder hineingeschoben oder -gelegt, in der Hoffnung, dass das Krempel-Tetris den ersten Versuch, etwas herauszuziehen, überlebt. Nun, dem soll nun ein Ende gesetzt werden. Aber weil ich erstens zu geizig sparsam bin, um mir Unmengen an fancy-schmancy Körbchen und Kistchen zu kaufen, und weil zweitens solche Körbchen und Kistchen bei den üblichen Händlern kaum nachhaltig, fair und plastikfrei produziert werden, mache ich sie mir selber. Den Anfang macht dieses wunderbare, weil unübertroffen einfache Filz-Körbchen.

Filz-Korb selber machen

Zugegeben, "from scratch" kann man diese Kiste nicht machen. Man benötigt ein viereckiges Stück dicken Filz. Ich vermute aber, dass sehr dicker oder mehrlagiger Stoff den selben Dienst tut, und den findet die eine oder der andere vielleicht in seiner Bastelkammer... (Mein Filz war ein weitergegebenes Stück Bastelfilz und wartete in meinem Schrank seit guten drei Jahren auf seinen großen Augenblick.)

Das Filzstück wird auf die gewünschte Größe zugeschnitten. An allen vier Ecken wird nun ein Quadrat abgeschnitten. Das rote Rechteck ergibt die Grundfläche eurer Box.

Grundfläche

Dann werden die aneinanderstoßenden Seiten der Quadrate von außen zusammengenäht.

zusammennähen

Einfach so. Ohne Schnickschnack.

zusammennähen

Verriegelt Anfang und Ende eurer Nähte.

Nähte verriegeln

Fertig.

das fertige Körbchen



Dieses eher praktische als schmücke Kistchen enthält jetzt mein Nähzubehör in einer Kommode. Wenn ich die Nähmaschine auspacke, hole ich einfach das Kistchen hervor und von Maßband bis Mini-Schraubschlüssel ist alles griffbereit.
Viel Spaß beim Nachmachen! Und wenn ihr die Box aus anderem Stoff schneidert, verlinkt Euch doch. Ich bin gespannt, wie das dann aussieht.

Übrigens: Für viel Geld kann man sich das Ganze auch in schick kaufen: link. Verrückte Welt... :)

Einab im Dezember







Pinterest

10.11.15

Organisiert Leben 3 - Das FLY-System, eine systematische Betrachtung

- Teil 3 der Fly-Serie

Und weiter geht's! Da wir ja nun in der Theorie wissen, dass wir uns weder krummlegen noch 14 Stunden am Tag Staubwedel und Besen schwingen müssen, um jederzeit eine präsentable Wohnung zu haben, fragt sich nur noch, wie das praktisch zu erreichen sein soll.

Ich werde das Ganze mal sehr systematisch präsentieren. Zum einen, weil ich hier einen Mehrwert zur Homepage bieten möchte (die ich ziemlich unübersichtich finde) und für manchen ein bisschen mehr Systematik im System hilfreich wäre. Zum anderen, weil sich das Fly-System nachgeradezu aufdrängt, systematisch dargestellt zu werden - es ist so wunderbar einfach strukturiert, das ist auch der Grund, warum es so wunderbar funktioniert. Und zuletzt möchte mein Akademiker-Hirn einfach allem und jedem ein System überstülpen - was soll man machen ;)
Also, auf zur Wissenschaft der Haushaltsführung!

Zunächst unterscheiden wir zwei Ebenen: Zeitlich und Räumlich.

1. Zeitliche Ebene

Alle anfallenden Aufgaben werden ihrer Frequenz entsprechend geordnet:

  • täglich
  • wöchentlich
  • monatlich
  • (viertel-jährlich)
  • jährlich

Täglich:
Aus den täglich anfallenden Aufgaben ergeben sich unsere Routinen. Routinen sind das hilfreichste und erfolgreichste Werkzeug, das uns die Fly-Lady an die Hand gibt. An verschiedenen Stellen (hier, hier) schreibt und spricht sie darüber, und eigentlich ist es ganz einfach: Täglich einen gewissen Grad an Ordnung aufrecht erhalten, und es wird nie mehr Hau-Ruck-Aufräum-Aktionen geben.
Es gibt am Tag 2, bzw. 3 Routinen, ja nachdem, was für den Flugaspiranten hilfreich ist. Hier findet ihr meine Routinen (die schon im April einigermaßen standen).*

Wöchentlich:
Die wöchentlichen Aufgaben werden als Daily Focus zusammengefasst. Dabei muss es sich nicht immer um konkrete Aufgaben handeln. Oft sind es nur Themen, unter denen ein Tag steht (so wie der Anti-Prokrastinations-Tag, what a day!)

Monatlich:
Jeder Woche des Monats wird eine Zone zugeordnet. Zonen sind neben den Routinen das zweite wichtige Element des Fly-Systems. Der Monat hat 5 Wochen - drei komplette und 2 halbe je am Anfang und Ende des Monats. Das heißt, das Haus oder die Wohnung kann in 5 Zonen aufgeteilt werden. Hier nun wird die Tiefenreinigung angesiedelt, die über das tägliche Sauberhalten hinausgeht: Unter den Schränken saugen, Schränke auswaschen. ... was auch immer dem Flugaspiranten in dem Sinn kommt. Das Gute ist, dass man 5 Tage Zeit für die Grundreinigung hat (die Wochenenden sind frei, yippieh!). Mehr als eine viertel Stunde am Tag muss man also auch hier eigentlich gar nicht machen. Die Grundreinigung wird also in tägliche Missionen in der jeweiligen Zone eingeteilt. Bis jetzt halte ich mich noch gar nicht an die Vorschläge auf der Website, sondern erstelle meine eigenen, je nachdem, was mir am Wichtigsten erscheint. Meine aktuellen Zone-Missions findet ihr hier.*


Jährlich:
Ganz klar zählen hier die jahreszeitlichen Aktivitäten hinein, wie Weihnachts-Vorbereitungen (grade das Thema auf der Fly-Seite). Hier muss ich noch Erfahrung sammeln, um darüber berichten zu können, so lange bin ich ja auch noch nicht dabei.


Im nächsten Teil dann erzähle ich etwas zu der räumlichen Einteilung und dann sollte das System hoffentlich etwas klarer geworden sein.

Weiterlesen: Teil 1Teil 2

* Kommt in Bälde...

30.10.15

Organisiert Leben 2 - Von den Freuden und Leiden, eine SHE zu sein


- Teil 2 der Fly-Serie -

Begonnen hat wohl alles in den 80ern in den USA. Pam Young und Peggy Jones, zwei Schwestern, liebevoll die "Slob Sisters" genannt, haben den Bestseller Sidetracked Home Executives veröffentlicht und sind damit zu einem Klassiker der Haushaltsführungs-Literatur geworden. Ihr System basierte auf farblich sortierten Karteikärtchen, auf denen die jeweiligen Aufgaben standen. Vielen hat diese Herangehensweise geholfen - so auch Marla Cilley, die dereinst die FlyLady werden sollte.

Doch bevor wir uns den höheren Weihen des Fly-Systems annähern, möchte ich das emotional Besondere an Cilleys und Youngs Ansatz hervorheben.
Der Titel "Sidetracked Home Executives" ist nicht zufällig gewählt. Neben dem neckischen Akronym SHE beinhaltet dieser Name für alle mis-organisierten Damen und Herren Folgendes: Wir sind Manager des eigenen Haushaltes. Aber, so sehr wir uns auch bemühen, irgendwas kommt immer dazwischen, wir werden abgelenkt (sidetracked).
Young und Cilley bezeichnen sich selbst als SHEs. Cilley sagt einmal, dass sie genau weiß, wenn sie drei Tage mal nicht aufräumt, explodiert ihr Haus. Als ich das gelesen hatte, konnte ich mich innerlich nur bedanken: Was für eine Erleichterung, dass es diesen "Heldinnen" des Organisiert-seins genauso geht wie uns allen anderen auch. Neben den SHEs gibt es noch die BOPs: Born Organized Persons! Also, ich bin definitiv keine born organized person, und das System der FlyLady ist genau für Leute wie mich: von SHEs für SHEs.

Warum diese Spielerei mit Abkürzungen und Bezeichnungen? Was ein bisschen albern anmutet hat eine tiefere Botschaft: Es ist okay, wenn man nicht als perfekt organisierter Mensch auf die Welt kommt. Es gibt solche und solche, man muss keine BOP sein! Es ist total okay, wenn man immer wieder abgelenkt wird, das ist kein Makel sondern Zeichen für Kreativität*. Schluss mit dem: "Nimm Dir einfach vor, es anders zu machen, dann schaffst du das schon." Ganz ehrlich: Durch Fest-Vornehmen hat sich bei mir noch nie was verändert! Das ist ja genau der Punkt: Bessere Selbstorganisation lässt sich nicht durch festen Willen erreichen, dazu fehlt - die Selbstorganisation. Daher funktionieren alle Pläne, Listen und guten Vorsätze nicht: Sie überfordern die SHE in mir und danach habe ich nur ein schlechtes Gewissen, weil ich mal wieder nichts geschafft habe und meine eigenen Vorsätze mal wieder nicht eingehalten habe. Das FlyLady-System beginnt genau an diesem Punkt: Beim schlechten Gewissen, dass man es immer noch nicht schafft, ein perfekt organisiertes Leben zu führen. Dass man eben keine BOP ist. Die Hauptbotschaft lautet: Stop beating yourself up! Hör endlich auf, dich selbst runterzumachen für die Art und Weise wie Du (nicht) aufräumst. Wir können den Rucksack, den jeder von uns durch das Leben trägt, nicht ändern, nur unsere Einstellung dazu. Durch Selbstvorwürfe wird niemand eine organisierte Person.

SHEs sind Perfektionisten, dabei sehr kreativ, und eigentlich haben wir alle Voraussetzungen, um ein glückliches, erfülltes Leben zu führen. Wenn wir uns nicht durch unseren Perfektionismus immer wieder ein schlechtes Gewissen machen lassen würden (ich schaff dies-oder-jenes nicht perfekt, also lass ich es ganz). Das Einzige, was wir tun müssten, ist uns selbst liebevoll an die Hand zu nehmen, uns sagen, dass alles gut ist, auch wenn wir nicht in 2 Tagen die komplette Wohnung auf Hochglanz gebracht haben, und uns einfach die Erlaubnis geben, langsam zu machen. Was SHEs nicht brauchen, ist der berüchtigte "Tritt in den Allerwertesten" - wie unhöflich kann man zu sich selbst eigentlich sein? Nicht umsonst ist das Backronym für FLY: Finally Loving Yourself.

Ich brauche nicht den tausendsten "Krempel Dein Leben um in 30 Tagen" Ratgeber, von einer BOP geschrieben, der nur Überforderung und schlechtes Gewissen hervorruft. Ich brauche den Seelenstreichler: Mach langsam, ist nicht schlimm, trink erstmal 'nen Tee, hör auf, dich verrückt zu machen. Das ist für mich das Besondere am FlyLady-System. Und nur deswegen kann ich dabei bleiben und es für mich nutzbar machen.


Weiterlesen: Teil 1, Teil 3 


* In ihrem neuen Buch "The Joy of being disorganized" zeigt Pam Young die positiven Aspekte des Unorganisiert-seins und fordert dazu auf, nur genau so viel Organisation ins Leben hineinzutragen, dass man immer noch die kreativen, spontaten, unorganisierten Seiten genießen kann.

20.10.15

Organisiert Leben 1 - Die Suche nach dem richtigen System


- Teil 1 der Fly-Serie -

Ich habe ja schon angelegentlich erwähnt, dass Ordnung und Organisieren so gar nicht meine Stärken sind. Warum, das habe ich mich immer wieder gefragt. Ich habe sinniert und analysiert, habe mir vorgenommen, organisiert zu werden, aber die bloße Theorie hilft eben nicht weiter. Was ich brauche, sind konkrete Handlungsrichtlinien, an die ich mich klammern kann, wenn mein Gedankenkartenhaus in sich zusammenfällt.  Ein System, das mir da Halt gibt, wo meine mangelnde Selbst-Organisation es nicht schafft.
Und - ich habe das richtige System für mich gefunden: Die FlyLady. Ich hatte sie schon in einem Post im April vorgestellt. Zuerst schreckte mich diese aufdringliche amerikanische "You-can-do-it!"-Mentalität etwas ab, die Website selber sieht ziemlich schlimm aus und das Cartoon-Maskottchen könnte mich eigentlich direkt dazu bewegen, die Seite zu verlassen und nie wieder zu kehren. 

Das Maskottchen der FlyLady

Aber, "never judge a book by its cover", und ich habe mir zunächst von ihrer Website nur die Dinge rausgesucht, die mir gerade hilfreich erschienen (was, wie ich nun weiß, natürlich ganz in ihrem Sinne ist). Ein paar Tage später hatte ich eine Morgen- und eine Abend-Routine etabliert, an die wir uns noch heute halten. Im Sommer waren wir ja lange nicht zu Hause, und erst seit ein paar Wochen haben wir unsere Routinen wieder wirklich aufgenommen und ich habe das System weiter für mich nutzbar gemacht. 
Es funktioniert! Es funktioniert wirklich! Mein Verhalten in Bezug auf Aufräumen hat sich so sehr verändert, dass ich mich frage, wie das passieren konnte. Wo die Abend-Routine am Anfang noch 20 Minuten dauerte, dauert sie jetzt vielleicht die Hälfte. Und letztes Wochenende hatten wir den Härtetest: Besuch von 2 Freunden und meinem Bruder. Drei zusätzliche Leute in unserer 70 qm Wohnung - eine Herausforderung. Und siehe da: Wir sind NICHT im Chaos versunken, die Küche war KEIN einziger klebriger Schmutzfleck, und am Sonntag Abend, als der Besuch wieder gegangen war, war die Wohnung innerhalb weniger Minuten wieder SAUBER!

Je mehr ich mich mit dem System auseinandersetze, und vor allem, je mehr ich über Marla Cilley, die FLYlady, und ihre "Mentorin" Pam Young erfahre, desto tiefer kann ich mich identifizieren mit diesem System und kann diese beiden charmanten, lustigen und auch wirklich weisen Personen als meine Vorbilder und Idole in mein Leben integrieren. Ich weiß wie sehr das jetzt nach Pathos und neuer heilsversprechenden Religion klingt. Ich wundere mich auch ein bisschen über mich selber, dass ein Internet-Phänomen so einen Einfluss auf mich haben kann. Und wer weiß, vielleicht sehe ich in wenigen Monaten die ganze Sache wieder kritischer. Aber heute nutzt es mir viel und das ist das Entscheidende für mich im Moment. 

(c) LCDF

Hier möchte ich eine kleine Post-Serie über das System der FlyLady beginnen. Warum funktioniert gerade dieses System für mich und was davon übernehme ich in meinen Alltag? Wie der Amerikaner sagen würden: Stay tuned for more! ;-)

Weiterlesen: Teil 2, Teil 3 der Fly-Serie

21.09.15

Musikempfehlung: Die Kleingeldprinzessin

Heute, bevor ich wieder für zehn Tage in den Urlaub verschwinde, möchte ich mal eine Musikempfehlung aussprechen und euch eine Künstlerin vorstellen, die mir wirklich sehr viel bedeutet: 

Dota Kehr - Die Kleingeldprinzessin

Live-Konzert, Bild (C) www.weg-eins.de

Nicht nur ist sie eine total entspannte, unprätentiöse Person, ihre Stimme genauso gechillt wie ihre Musik (eine Mischung aus Bossa Nova, Liedermacher, Weltmusik und Ska), und nicht nur besingt sie meine Lieblingsgroßstadt. Das Beste, wirklich das Aller-aller-beste: ihre Texte. Solch Lyrik! Solch Reimfreude, schillernd bunte Sprachkreativität! Alltägliches wird auf einmal mystisch, der Blick auf die kleinen Schönheiten, auf die eigenen Gefühle ist Poesie pur. Bekannt geworden ist sie mit diesem Lied: "Alles Du, alles Dur" - eines der wunderschönsten Liebeslieder, die ich kenne (und endlich mal aus weiblichen Ich-Perspektive). 
Aber vor allem ist sie wahnsinnig politisch und zeitkritisch, viele ihrer Lieder behandeln Themen der Globalisierung und Konsumkritik. Wie zum Beispiel das Lied "Zeitgeist" aus dem Album "Blech und Plastik", oder, mein Liebling, "Immer die Anderen" aus dem Album "Die Kleingeldprinzessin" (im link live). 

1. Mai in Berlin, (C) www.maulbeerblatt.com

Noch ein paar persönliche Lieblingslieder: 
Trägst Du mich (solo und live, leider keine so gute Quali, aber einfach unglaublich gut)

Wem die Musik gefällt, dem möchte ich ans Herz legen, sie zu unterstützen und ihre Alben direkt bei ihr zu kaufen. Auf ihrer Website gibt es einen Online-Shop, in dem es neben den Alben auch Merchandise Artikel gibt. Die Alben sind beim hauseigenen Label "Kleingeldprinzessin Records" erschienen, das sie gegründet hat, um künstlerisch unabhängig zu bleiben. Der Erfolg gibt ihr Recht!

Viele entspannte, klangvolle Momente mit der Kleingeldprinzessin wünscht Euch
Eure frederike

15.09.15

Apfel-Essig selber herstellen

Und was wurde nun aus dem Apfel-Essig-Experiment? Ein Erfolg, würde ich sagen. Nach guten drei Wochen steht die Mischung noch immer auf dem Küchentisch und gärt so vor sich hin. Und ist Essig geworden. Jeden Tag riecht der Essig saurer, der Essig reift nach. Mein Fazit: Essig machen ist super einfach. Nie mehr Apfelschalen entsorgen!
Hier einmal zusammengefasst, wie ich das Ganze gemacht habe:

Apfel-Essig selber herstellen


Ansetzen

Apfelschalen und Kerngehäuse in ein weithalsiges Gefäß geben. Mit 1 - 2 Esslöffeln Zucker verrühren und mit Wasser aufgießen. Das Gefäß abdecken, aber nicht luftdicht verschließen.

1. Woche

Täglich die Mischung kontrollieren und umrühren. Dabei immer einen sauberen Löffel nehmen und das Gefäß nie luftdicht abschließen. 

Apfelessig 1

Übrigens: Das Glas hier ist bei weitem nicht so voll wie am Anfang. Nach einiger Unsicherheit habe ich dann doch etwas Wasser wieder ausgeschüttet, einerseits weil ich nicht wollte, dass das Glas überschäumt, andererseits weil die Wasser-Oberfläche so größer ist und mehr Sauerstoff an die Flüßigkeit kommt, was bei der Essigherstellung ja durchaus gewünscht ist. 

2. Woche

Die Apfelschalen abseihen. Das Gröbste ist geschafft, nun hin und wieder umrühren und kontrollieren, bis der Essig die gewünschte Reife erreicht hat. 
An der Oberfläche bildet sich manchmal eine trübe Schicht. Das ist die sogenannte Essigmutter, also die Essigbakterien. Man kann sie einfach unterrühren und bei Bedarf den Essig nochmals abseihen.

Apfelessig 2


Und das war's auch schon. Aus anderen Obstresten kann man ebenfalls Essig herstellen. Es gibt im Netz ganz viel Infos zur Essigherstellung und -verwendung, aber das Grundprinzip ist ganz einfach: Obstsaft so lange vergären lassen, bis er Essig ist. 
Auch wenn einem die guten Eigenschaften des Essigs ja bekannt sind, tut sich mir doch gerade eine ganz neue Welt auf. Wofür ich meinen Essig jetzt alles verwenden kann! 

- Kochen
- eigenes Putzmittel herstellen
- Weichspüler
- Haarwäsche
- Kosmetik
- Naturheilkunde

Apfelessig abseihen

Der Möglichkeiten sind mannigfach. Und ich muss nicht einmal sparen, denn ich kann mir Essig ja nun in rauen Mengen jederzeit selbst herstellen. Über die weitere Verwendung werde ich hier natürlich immer wieder berichten ;-) 
Und weil dieses Projekt erstens erfolgreich, und zweitens irgendwie total nachhaltig ist, verlinke ich es bei Einab, das diesen Monat bei Maria Widerstand stattfindet. 

02.09.15

Wolle spannen

Im Urlaub bei meinen Eltern habe ich im Schrank einen alten Schal von mir gefunden. Meine Oma hatte ihn mir damals gestrickt und die Farben haben mir immer sehr gefallen. Leider war der Schal aus etwa 150g Wolle zu kurz, um ihn locker und lässig um den Hals zu schwingen. So lag er denn die meiste Zeit im Schrank, ungenutzt. Was damals zwar schade war, aber dafür gesorgt hat, dass die Wollfasern geschützt blieben und sich nicht durch ständigen Gebrauch verfilzten. So konnte ich den Schal auch nach Jahren gut wieder aufribbeln. Jetzt liegen vor mir drei Knäul Wolle, mit Erinnerung verbunden, in noch immer sehr schönen Farben.


Daraus möchte ich für meine Tochter eine Weste für den nahenden Herbst stricken. Eine Ringelweste in bunten Herbsttönen - ich muss nur noch den richtigen Schnitt finden.
Nun kennen wir das ja alle: Aufgeribbelte Wolle ist nicht mehr glatt, der Faden kräuselt sich wie eine aufgespannte Sprungfeder und macht das Stricken ziemlich umständlich. Meine Oma, die Meisterin der Wiederverwertung und des Nichts-Wegschmeißens (re-use und no-waste heißt das heute ;-)) hat mir als kleines Mädchen schon erklärt, wie man Wolle wieder glätten kann: 

Man spanne die Wolle recht ordentlich, aber nicht zu stramm um ein Holz, feuchte sie gut durch und lasse sie wieder trocknen. 

So einfach ist das. Ich habe die Stuhllehne von einem Wohnzimmerstuhl genommen und zum befeuchten eine Blumenspritze. Es bietet sich an, ein Handtuch unter den Stuhl zu legen, da die Wolle ja wirklich gut durchfeuchtet sein soll, um nicht zu sagen nass, und das tropft. Ich habe die Wolle angesprüht und das Wasser vorsichtig "eingeklopft", um die Wolle nicht zu verfilzen. 



Am nächsten Morgen war die Wolle trocken, und ich konnte sie wieder aufwickeln (auf ein zerknülltes Zeitungspapier, noch ein Tipp meiner Oma). Der Faden ist bedeutend glatter, und ich bilde mir ein, auch ein bisschen weicher geworden. Fabrikneu ist die Wolle nicht, vielleicht habe ich sie doch nicht stramm genug gespannt. Aber auf jeden Fall kann ich jetzt wieder sehr gut damit arbeiten. 


Diese Methode erfordert etwas Zeit und Geduld. Man erspart sich aber echt einige Nerven, wenn man nicht mit dem klein-gekräuselten Garn strickt. Außerdem wird das Strickbild am Ende ordentlicher. Und wann immer Gutes, Gebrauchtes wiederverwendet werden kann, lohnt sich die Mühe. 

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Diese kleine Tutorial schicke ich zu Einab im August

   



28.08.15

Der ganze Apfel

Wieder zu Hause! Drei Wochen weg von Heim und Herd, und tatsächlich schleichen sich erste Homesteader-Entzugserscheinungen ein :) Das musste sofort geändert werden! 
Zum Glück habe ich noch im Kühlschrank die letzten Äpfel von vor dem Urlaub gefunden. Ein paar verschrumpelte, angebräunte Klaräpfel, die ich von unserer Schäferin geschenkt bekommen hatte. So konnte ich mich also heute Abend gleich einem kleinen Experiment widmen. Zunächst wanderten die Äpfelchen in den Kochtopf für Apfelmus. 


Gesüßt habe ich mit etwas Honig von unserem Freund, der sein Bienen-Volk auf der Wiese stehen hat, wo auch "unsere" Schafe weiden. (Das Gebiet heißt lustigerweise "Honigwiesen".)


Vor einiger Zeit habe ich einmal dieses Rezept für "Reste-Essig" gefunden. Also kamen die Schalen und die Kerngehäuse der Äpfel diesmal mit etwas Zucker und viel Wasser in ein großes Glas, um zu Apfel-Essig zu werden.
Und nun heißt es warten. Etwa 2 Wochen soll der Essig stehen und fermentieren, wobei man ihn täglich umrührt. Das Glas sollte dabei nicht fest verschlossen werden, damit das entstehende Gas entweichen kann (und das Glas einem nicht um die Ohren fliegt). 



Auch, wenn es ein ziemlich unspektakulärer Anfang für ein Experiment ist, bin ich doch total zufrieden mit meinem Werk. Außerdem bin ich wahnsinnig ungeduldig und gespannt, wie es weiter geht (nur zur Info: nach 30 Minuten riecht das Wasser noch immer nach Apfel). 
Update: Hier seht ihr den fertigen Essig samt Anleitung. 
Da ich die Äpfel hier aus der Gegend geschenkt bekommen, mit Honig aus der Region gesüßt und die "Abfälle" weiter verwerte, wandert dieses kleine Projekt seit langem wieder zu Einab


15.08.15

Im Urlaub...


...
sind wir endlich wieder an der Ostsee
...

...
finde ich Schätze
...

...
zelten wir unter der Treppe
...

... 
haben wir einfach Urlaub!


10.08.15

Woher und wohin

Gute zwei Monate habe ich meinen Blog ruhen lassen, mein Zwischengeflecht, das ich mir selber aufgebaut hatte und in dem ich mich zurückziehen wollte von den Irrungen und Wirrungen einer materialistischen Welt. 
Warum diese lange Pause, woher diese unerklärte, plötzliche Stille?

Schafe Frühling

Ich habe den 10.08., den zweiten Start von Einab hier auf meinem Blog, als Datum gewählt, meinen Blog wieder zu beleben. Ich habe mir natürlich selber viele Gedanken gemacht, warum mich in den letzten Wochen so gar nichts ans Bloggen getrieben hat. Der Gründe gibt es viele, vordergründige und hintergründige. 
Zunächst einmal der ganz pragmatische: Die Hitzewelle dieses Sommer hat mich wirklich mitgenommen. Als jemand, der sich bei tendenziellen 24 Grad und leichter Brise wohlfühlt, habe ich unter der brütenden, lastenden Hitze in Stuttgart sehr gelitten. Kein Lüftchen weit und breit, meine Wohlfühltemperatur um flockige 15 Grad überschritten, und eine Dachgeschosswohnung, die auch nachts nicht abkühlt. Was mich unter normalen Umständen schon schlaucht, hat diesen Sommer besonders zu Buche geschlagen: Das erste Trimester macht die Hitze unerträglich (auch wenn ich mich natürlich wahnsinnig wahnsinnig freue!!). Übelkeit und niedriger Blutdruck haben mich regelrecht ans Bett gefesselt und mir fehlte jegliche Energie für alles, was über meinen Alltag hinausging. Es ist nicht so, dass ich gar nicht kreativ oder produktiv war, aber ich hatte abends einfach keinen Nerv, mich noch zwei Stunden oder mehr hinzusetzen, Bilder auszusortieren und Texte zu verfassen. 
Das führt mich direkt zum zweiten Punkt, den grundsätzlichen, den das Bloggen betreffend: Wie viel Zeit möchte ich diesem Blog wirklich widmen? Ich habe das Gefühl, dass mein Leben nur aus Baustellen besteht und aus selbst-auferlegten Hürden. Der Übergang in ein neues Leben passiert nicht innerhalb weniger Monate, das merke ich nun sehr deutlich, und er braucht Kraft und Druchhaltevermögen. Vor allem aber braucht er Tatendrang und Aktivität. Die Planung genügt nicht, das Träumen, Hoffen und Abschweifen auch nicht. Taten müssen folgen, und die Selbstversorgung spielt sich nunmal im wahren Leben ab, nicht zwischen Zeilen eines Blogs. Mitunter ist es so, dass jede Stunde, die ich dem Schreiben widme, der Selbstversorgung und dem Selbermachen verloren geht. Abends besteht die Wahl zwischen Schreiben oder Nähen, fabulieren oder realisieren. Und in den letzten Wochen habe ich durchaus zu Letzterem tendiert. 

Brotbacken

Trotzdem will ich den Blog natürlich nicht aufgeben, aus mehreren Gründen. Nicht zuletzt, weil mir diese Art des Tagebuchführens eine gute Selbstreflexion bietet. Wohin will ich? Worüber will ich wirklich schreiben? Was ist wichtig, was ist Thema dieses Blogs und auch eigentlich meines Lebens im Moment? Ich glaube, sobald ich darüber Klarheit gewonnen habe, wird der Blog wieder zu dem, als das er ursprünglich gestartet war: Eine Projektionsfläche, die meinen Weg hin zu einem autarken, alternativen Leben inmitten einer neo-liberalen Gesellschaft abbildet. 
Dieses Lebensthema lässt sich aber kaum in kleine Blog-Beiträge pressen. Es muss vielmehr um Etappen gehen, die mir auch ganz praktisch helfen können, meine Ziele zu strukturieren. Was habe ich schon erreicht, was steht kurzfristig an? Woher und Wohin - die beiden Pole eines jeden Lebens, die ein jeder selbst definieren muss. 

Für den Blog bedeutet das Folgendes: 
* Ich werde verstärkt in Serien und Themen-Reihen schreiben. 
* Auch Themen, die nichts mit Nachhaltigkeit zu tun haben, sollen ihren Platz finden. 
* Die Beiträge werden kürzer (dieser hier hat schon jetzt 560 Wörter! Auf Dauer werde ich diesen Standard nicht aufrecht erhalten können.) 
* Die Bilder werden nach wie vor nicht oder nur sehr wenig bearbeitet.
* Dadurch hoffe ich, auch häufiger zu posten. Wenn es aber dennoch nur für 1-mal die Woche reicht, dann ist das so. 

Mal sehen, ob mir das alles etwas bringt. Selbstfindung ist ein so verdammt schwieriger Prozess, und ich bin durchaus kein wortkarger Mensch. Aber jetzt muss ein wenig Rationalität walten, um nicht zu sagen Zeit-Ökonomie, damit dieser Blog werden kann, was er werden soll: Inspiration, Wegbegleiter und Dokumentation für eine Reise ins Dazwischen.

{EiNaB} im August

Ihr Lieben,

fünf Monate sind vergangen, seit wir die Blog-Parade "Einfach.nachhaltig.besser.leben" aus der Taufe gehoben haben. Die erste Runde ist gedreht, und die Ehre nun erneut bei mir, die Parade zu hosten. Und damit auch wieder meinen Blog zu beleben.



Wir freuen uns wie immer über nachhaltige, grüne Themen, z.B: DIY-Inspirationen, kleine Upcycle-Projekte, Kochrezepte, Haus und Garten, Informatives, und und und... Auch ältere Posts könnt ihr verlinken (aber bitte nicht doppelt). Bitte nutzt für den August diesen Backlink für Eure Beiträge:
http://zwischengeflecht.blogspot.de/2015/08/einab-im-august.html. Die genauen Regeln findet ihr hier.

Mit Inlinkz könnt ihr Euch ab heute bis zum 09.09. selbstständig verlinken:





Auch eine Pinterest Pinnwand gibt es wieder, die ich per Hand pflegen werde:





So bleibt mir denn auch dieses mal, uns allen einen wunderschönen Parade-Monat August zu wünschen. Ich freue mich auf alle Beiträge. Und dass hier wieder ein bisschen frischer Wind durch meine Blogger-Bude weht :)

Eure frederike

10.06.15

[EiNaB] in Juni

Auch wenn es bei mir hier grade etwas ruhiger zugeht, heißt das nicht, dass anderswo auch die Uhren langsamer ticken. Im Gegenteil, wir sind schon in der dritten Runde von EiNaB! Diesmal ist Zora die wunderbare Gastgeberin, und ich freu mich wieder wahnsinnig auf all die tollen Beiträge! Diesmal gibt es eine kleine Neuerung: Wir benutzen Inlinkz. Die alten Parade-Hasen werden sich damit sicher gut auskennen. Für alle, die zum ersten mal einen Beitrag verlinken wollen, ist bei Zora alles bestens erklärt.
In diesem Sinne: Frohes Verlinken, Beiträge-Schmökern und Weltretten :)

27.05.15

Schmetterlings-Ring

Schon immer habe ich Schmetterlinge geliebt. In besonderen Momenten meines Lebens habe ich sie gesehen, und diese Bilder tief im Gedächtnis behalten. Diese fragilen, leichten Wesen, die wie Elfen über eine Blütenwiese gleiten, scheinen Fröhlichkeit und Heiterkeit auszustrahlen. Sie stehen wie kein anderes Tier für Veränderung, Neuanfang, Leichtigkeit. Ein leichtes Herz, ja, das wünsche ich mir gerade sehr. 

Ring selber basteln

Als mir heute beim Aufräumen eine meiner Lieblingstassen zu Bruch ging, konnte ich nicht mehr - ich habe losgeheult wie ein Schlosshund. Ich konnte mich gar nicht beruhigen, und mir ging auf, wie schwer es mir fällt, mir selbst zu verzeihen. Ob es an meiner Erziehung oder an meinem Temperament liegt, das weiß ich nicht. Aber irgendwie kam diese Erkenntnis heute wie eine Erleuchtung über mich. Lerne Dir selbst zu verzeihen, lerne Deine Fehler anzunehmen, und mach einfach da weiter, wo Du gerade bist. Liebe Dich selbst. 
Gerade das Aufräumen ist bei mir ja ein großes Thema. Ich ärgere mich, dass ich es einfach nicht schaffe, Ordnung zu halten. Aber ich habe zwei blinde Augen, wenn ich über meine eigene Schusseligkeit hinwegsehe. Warum? Traue ich mir selbst nicht mehr zu? Es ist eine eigentümliche Verdrängung, die ich da vollziehe, die nichts mit Nachsicht zu tun hat. Ich ignoriere schlicht die negativen Gefühle, die mich ob meiner Unzulänglichkeit überkommen. Mein Bauch sagt mir ziemlich genau, dass schlampern und schlusen, lümmeln und gammeln mir einfach nicht gut tun. Aber dennoch drücke ich beide Augen zu im Glauben, mir etwas Gutes zu tun, wenn ich nicht meine Arbeiten erledige. Diese Verdrängung aber macht mich noch unzufriedener, und - let's face it! - sorgt für immer weniger Selbstvertrauen in meine Fähigkeit, mein (Haushalts-)Leben auf die Reihe zu kriegen. 
Als ich mal wieder bei der FLY Lady vorbeischaute, um mir gute Tipps zu holen, stieß ich auf einen Beitrag zum Thema Prokrastinieren. Der traf. Mir ging auf, dass es offensichtlich auch bei mir eine Verbindung zwischen Prokrastination und mangelnder Selbst-Liebe gibt. Auch wenn es schwer ist, das einzugestehen. Auch wenn andere vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und ob dieser Über-Psychologisierung schnell das Weite suchen. Auch wenn es vielleicht nur die halbe Wahrheit ist. Aber in mir hat es was zum Klingen gebracht. Mir ging auf, dass vieles, was ich vor mir herschiebe, aus Angst oder Scham liegenlasse. Aus Angst, den Erwartungen nicht gerecht zu werden, aus Scham, weil es jetzt schon weit über der Deadline liegt. Aus Angst, das alles nicht zu schaffen, und daher am besten gleich zu resignieren. In Kombination mit diesem Beitrag kam ich zu dem Schluss, dass das, was mir vielleicht gerade am meisten fehlt, echte Selbstliebe und Selbst-Vergebung ist. Als Gegenpol zur Unterdrückung und Verdrängung von schlechten Gefühlen und Handlungsweisen. 
Und so habe ich mich heute zum ersten Mal seit sehr langer Zeit hingesetzt, und etwas nur für mich geschaffen. 

Filz Ring

aufnähen

Filz Ring

Der Schmetterling besteht aus rotem und gelben Filz. Auf die Flügel habe ich den Körper mit einfachen Stichen aufgenäht, die Flügel habe ich mir einem Knopflochstich umsäumt. Zuletzt habe ich die Fühler mit einfachen Rückstichen aufgestickt und die Flügel mit einigen Knötchenstichen (french knot) verziert. Den Schmetterling habe ich dann auf einem alten Ring angebracht, den ich mal auf dem Flohmarkt gekauft hatte. Es sind zwei Wildleder-Riemen, die durch eine Schlaufe zusammengehalten werden. Er eignete sich perfekt zum Aufnähen meines Schmetterlings. 

Talsiman

Auch wenn er etwas kindlich aussieht, es war eine Genugtuung, diesen Ring für mich selber zu basteln. Eine Art Talisman, der mich an heute erinnern soll. Ein Symbol für Veränderung und Selbst-Akzeptanz. 
Von mir für mich. 

11.05.15

Socken Stopfen

Maria hat ja die wunderbare Blog-Parade Fix it! initiiert. Reparieren ist tatsächlich eine sehr gute Möglichkeit, seinen Alltag sehr viel nachhaltiger zu gestalten. Müll wird vermieden, Material gespart, und nicht zuletzt wird einem der eigentliche Wert eines Gegenstandes erst so richtig bewusst, wenn wir ihn selber bearbeiten. 
Aber was ist mir Socken? Stinknormalen Baumwoll-Socken von Hasi&Mausi? Macht es heute überhaupt noch Sinn, Socken zu stopfen?

das Loch in der Socke

Erstens habe ich die hohe Kunst des Stopfens tatsächlich nie gelernt. Zweitens würde es, wenn ich es denn machte, sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Drittens wäre dann der Arbeitsaufwand im Verhältnis zur geretteten Socke sehr hoch. Umweltbewusstsein und Konsumverzicht hin oder her, so weit geht die Liebe dann doch nicht. - Oder?
Manchmal liebe ich es, Philosophin zu sein! Wir Philosophen machen aus allem eine Prinzipienfrage, und erheben auch etwas so beschämend Triviales wie ein Loch in der Socke zu einer ethischen Grundsatzfrage. Wenn die Maxime "Fix it!" gilt, dann gilt sie absolut. Da darf ich dann auch vor einer Socke nicht scheuen. Wenn mir hingegen der Arbeitsaufwand zu hoch erscheint, und ich daher die Socke nicht repariere sondern mir neue Strümpfe kaufe, dann gilt die Maxime "Fix it!" wohl doch nicht absolut. Es gibt dann eine Art Ausnahmeklausel: "Fix it! - Es sei denn, der Arbeitsaufwand ist zu hoch". Und hier liegt das Problem. Wann ist denn der Arbeitsaufwand zu hoch? Das ist ja recht subjektiv, und für viele ist der Arbeitsaufwand schon bei einer Jeanshose zu hoch. Welche Bewertungsmaßstäbe legen wir zugrunde, wenn wir zu hoch oder akzeptabel festlegen: Monetäre? Ideelle? Ökologische?
In unserer Gesellschaft herrscht ganz klar die ökonomische Rationalität. Eine kleine Rechnung:
Sagen wir, ich bekomme einen Mindestlohn von 8 Euro die Stunde. Meine Socke zu stopfen dauert etwa 15 Minuten. Die Socke erhält damit den Wert von 2 Euro ohne Material, wenn ich nur nach meinem Stundenlohn gehe. So gesehen kostet ein Paar Socken 4 Euro. Nun erinnere ich mich, dass ich meine Socken damals im Fünferpack für 8 Euro gekauft habe - eine Socke kostet also eigentlich nur 80cent. Ich zahle pro Stopf-Vorgang 1,20 Euro drauf. Somit handele ich (ökonomisch) irrational, wenn ich meine Socke stopfe, anstatt neue Socken zu kaufen. 
Quod erat demonstrandum: Genau dieser Mechanismus sorgt dafür, dass alle Welt nur noch wegschmeißt und neukauft, anstatt zu reparieren. Weil die Ware so billig ist, dass sich Reparieren nicht mehr lohnt, und weil wir ökonomische Nutzmaximierer sind. Und das ist das Problem mit nicht-absoluten Maximen.
"Fix it!" macht auch vor Socken nicht Halt. Das heißt aber nicht, dass man sich das Leben nicht trotzdem vereinfachen kann: Meine Socke kam kurzerhand unter die Maschine, so zusammengelegt, dass das Loch "weggefaltet" war, zweimal rübergesteppt, fertig! Geschätzte Zeit: 2 Minuten. Also durchaus noch rational. Das Ergebnis hält bestimmt nicht für die Ewigkeit, aber es ist erstaunlich unauffällig. Und wenn ich meinen Socken damit das Leben ein wenig verlängere, dann hat es schon seinen Zweck erfüllt. 

Socken Stopfen

Loch wegfalten

zickzacksticke und steppen


Socken stopfen vorher nachher

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verlinkt bei: fix it - reparieren ist nachhaltig, Einfach.nachhaltig.besser.leben (Einab)

[Einab] im Mai

Als wir die Link-Part einfach.nachhaltig.besser.leben [Einab] gestartet hatten, hoffte ich, dass ein paar Leutchen ihre Beiträge teilen, ein paar BloggerInnen sich verlinken und vielleicht ein paar mehr Leser auch auf meinen Blog finden. Ich hatte nicht mit dem wahrhaft überwältigendem Erfolg gerechnet (wenn auch natürlich stillschweigend erhofft). 54 Beiträge in einem Monat, im ersten Durchlauf, das sind fast zwei Beiträge am Tag. Ich kann es nicht anders sagen: Ich bin geplättet! 

Ich danke Euch allen von ganzem Herzen! 

Allen, die mitgemacht haben und wieder mitmachen wollen. Und meinen wunderbaren Mit-Bloggerinnen, Zora, Maria, Marlene und die liebe Zwergenmama, die gemeinsam mit mir dieses Projekt ins Leben gerufen haben. 
Die Link-Parade sollte ein Stein des Anstoßes werden, um über mehr Nachhaltigkeit und alternative Lebensweisen im Alltag nachzudenken. Wir dachten uns, dass es doch viele Blogger und Bloggerinnen gibt, die sich mit solchen Themen auseinander setzen, und dass es doch schön wäre, diese Leute "an einen Tisch" zu holen. Wir wollten vernetzen, informieren, Kontakte knüpfen und generell einen Platz schaffen, in dem sich jeder über grüne Themen austauschen kann. Ich denke, das ist gelungen. 
Nur gemeinsam wird sich eine Veränderung in dieser Welt einstellen. Und zu sehen und zu erfahren, dass es viele Menschen gibt, die genau an dieser Veränderung mitwirken und dass wir einen Platz anbieten können, an dem sich ihre Ideen sammeln können, ist einfach wunderbar!
Ich freue mich sehr auf die zweite Runde, die im wunderschönen Monat Mai bei der Zwergenmama gehostet wird. Also dann, auf ein Neues!


21.04.15

Frühlingsfrische. Selbst-Organisation III

Ich mache den Frühling verantwortlich. Die Sonne strahlt seit Tagen warm und wohlig auf das Land, der Himmel könnte wolkenloser nicht sein - der Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte. Alles grünt und blüht, frische Triebe sprießen, die Natur macht ihren eigenen Frühjahrsputz. Es liegt definitiv der Neuanfang in der Luft. Dieses Jahr spüre ich die Energie und Kraft, die im Frühling liegt, ganz besonders. Es ist eine Drehung um 180 Grad, die die Natur gerade vollzieht, ein immenses Kraftaufgebot, das geradezu mühelos, ja - natürlich vonstatten geht. Dieses Jahr spüre ich eine eigentümliche Ruhe, die der Frühling auf mich ausstrahlt. Eine eigentümliche Kraft, die dem Herbstgefühl nicht unähnlich ist. Wo ich im Herbst meine Kräfte sammle um mich auf mich selbst zu besinnen, sammele ich dieser Zeit meine Kraft, um mich der Welt zu öffnen. Ich fühle mich entspannt und ausgeglichen, bereit, einem gleißenden Sommer zu begegnen.

Flylady

Wer weiß, vielleicht wird dieses entspannte Gefühl aber auch durch meine neue Wohnung hervorgerufen. In der Tat, meine Wohnung ist kaum wiederzuerkennen. Wer hätte gedacht, dass sich innerhalb nur einer Woche mein ganzes Aufräumverhalten verändert? Durch die Abend- und Morgen-Routinen kann quasi keine Unordnung aufkommen, und ich... ich muss nicht aufräumen. Vielleicht ist doch alles nur eine Frage der Definition: Eine Routine ist kein Aufräumen, daher muss man in einer ordentlichen Wohnung nicht aufräumen. Heureka!
Der Frühling und ich, wir schwingen dieses Jahr gleich. Ich kann mir seine Kraft und Frische zunutze machen: Wenn es morgens schon so schön warm und hell ist, dann macht es mir nichts, ein paar Minuten ins Wegräumen zu investieren. Kurz und gut: Wir haben nun eine Morgen-Routine und eine Abend-Routine etabliert. Schön gestaltet (das Notwendige sollte immer auch ästhetisch sein, nicht wahr?) hängt unser Plan in der Innenseite des Küchenschrankes: Nicht zu offensichtlich, aber immer präsent. 

hier hängt der Aufräumplan

Und lässt Platz für weitere Pläne.

20.04.15

Selbst-Organisation II - Abendroutine

Auf meinen ersten Beitrag zur Selbstorganisation gab es mehrere sehr liebe Kommentare. Danke, dass ihr mir Mut macht, das mit den Wochen- Tages und Stundenplänen durchzuziehen! 
Der link zu der Website von FLYlady war außerdem sehr hilfreich. Um nicht zu sagen, genau das, was ich brauchte. Auch wenn mir der Stil der Seite nicht so gefällt (erinnert mich an eine stramme mitt-fünfziger mittelamerikanische Lady mit Dauerwelle und roten Lippen schon zum Frühstück...) - die Tipps sind wirklich gut. Für mich als absoluten Newbie in Sachen Organisiertheit hat es sehr geholfen, dass besagte Fly Lady ganz genau und für den letzten Depp aufschreibt, was ihre Aufräumroutine beinhaltet.
Zum Beispiel hier:
FlyLady’s Before-Bed Routine
1. Clean up the house before you go to bed. (Approx. 20 minutes)
   Living room - pick up and put away things, magazines, dishes, clothes, shoes, etc.
   Kitchen – clean it up, shine sink, lay out clean dishcloths, run the dishwasher.
   Dining room/entrance – clear the hot spots.
   [...]
Wisst ihr, es beschämt mich ein wenig, dass solch einfache Regeln für mich eine Art Offenbarung darstellen. Die wichtigsten Dinge in der Wohnung erledigen bevor man schlafen geht - natürlich! Vor allem die Küche und die Hotspots im Flur/Wohnzimmer sollten aufgeräumt sein - aber ja!
Ich habe meinen Mann in meine umstürzlerischen Gedanken hinsichtlich Stunden-, Tages- und Wochenplänen eingeweiht. Und siehe da - er war sofort Feuer und Flamme. (Um der Wahrheit die Ehre zu geben, er ist ohnehin der Ordentliche von uns beiden. Daher hat ihn ehrlich gefreut, dass ich mir Gedanken zum Thema Ordnung mache).
Wir haben zunächst eine Abendroutine festgelegt: 
1. Küche aufräumen: Abwaschen, alle Flächen frei, Fegen
2. Hotspots im Flur: Kommode 
3. Wohnzimmertisch freiräumen. 
Wir haben die Abendroutine jetzt drei Tage in Aktion und unsere Wohnung sieht wirklich deutlich ordentlicher aus! Ich bin froh, dass mein Mann mitmacht, denn erstens geht das Aufräumen gemeinsam schneller (länger als 20min dauert es nicht, und ich hoffe, dass es mit der Zeit noch kürzer dauert), und zweitens können wir uns gegenseitig motivieren. Nach drei Tagen sind wir immer noch enthusiastisch dabei und es tut sooo gut! Es ist wirklich ein anderes zu Bett gehen, wenn die Wohnung hinter einem aufgeräumt ist. Und auch das Aufwachen ist ganz anders: Eine saubere Küche mit sauberem Boden zu betreten... eine Erholung für mein noch schlafumwehtes Gemüt. 

Erholung durch Aufräumen
So fühlt es sich an, eine saubere Küche zu betreten...
credit
Überhaupt, das Stichwort Erholung trifft die Sache. Unordnung ist keine Erholung vom Aufräumen, auch wenn ich mir das lange versucht habe, weiß zu machen. Das Gegenteil ist richtig: Ordnung ist die Erholung vom steten Chaos. Ich bemerke immer mehr, wie mich Unordnung stresst. Es ist wie ein latentes Geräusch, das man irgendwann ausgeblendet hat, das unterbewusst aber immer noch lärmt. Ordnung zu schaffen heißt, das Geräusch abzuschalten. Klar kann man wochenlang über einen unordentlichen Schreibtisch hinweg sehen, die Papiere rausfischen, die man grad braucht und dann die Tür zumachen. Aber im Endeffekt mach im mir nur was vor: unterbewusst stresst mich die Unordnung sehr wohl, und ich ärgere mich sehr wohl darüber, dass ich beim Rausfischen ganze Papierberge zum Einsturz bringe. 
Also, der Anfang ist gemacht! Als nächstes plane ich, der Abendroutine eine Morgenroutine folgen zu lassen. Dann tasten wir uns mal langsam an Wochen- und Monatspläne ran... 



16.04.15

Selbst-Organisation I

Ich habe ja schon ein Loblied auf die hausfraulichen Tätigkeiten gesungen. Nicht zuletzt mir selbst gegenüber wollte ich klarmachen, dass Ordnung halten und die Einrichtung pflegen nichts mit Spießertum zu tun hat, sondern notwendige Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben sind. Dass die Dinge in Ordnung gehalten werden, an ihrem Platz sind und funktionieren erspart eine Menge Zeit und Stress. Ein Tag hat nunmal nur 24 Stunden, und es wäre ja schön blöd, einen Großteil dieser Zeit mit Suchen, Mauscheln und Sich-Ärgern zu verbringen. Wenn der Großteil der Arbeitskraft in die Selbstversorgung gehen soll, dann kann man sich Unordnung und Desorganisation einfach nicht leisten. 
Soweit die Theorie. Warum nur fällt mir die Praxis so schwer? 

Werner Tiki Küstenmacher
Auch Tiki beschäftigt sich mit dem Thema Ordnung

Maria hat einen wunderbaren Beitrag darüber verfasst, wie sie ihre Morgenroutine mit zwei Schulkindern so organisieren kann, dass ihr nicht schon kurz nach dem Frühstück die Nerven blank liegen. Die Lösung lag für sie in einer genauen Analyse des Problems: Was genau raubt ihr am Morgen die Nerven und die Zeit? Daraufhin konnte sie mit sehr einfachen Maßnahmen diese Probleme angehen. Ob das auch bei mir klappt?
Mein Problem: Über den Tag hinweg schaffe ich nur einen Bruchteil dessen, was ich mir vornehme. Meine Energie wabert unfokussiert über den Tag, und im Endeffekt bleibt nur noch sehr wenig davon übrig. Kennt ihr das, dass man vom Nichtstun erschöpft ist? An solchen Tagen bin ich nicht so produktiv, wie ich es eigentlich sein könnte, aber dennoch total erschlagen. Und das Lustige ist: An anderen Tagen, wenn ich richtig durchackere und anpacke, dann bin ich am Ende des Tages zwar auch kaputt, aber wohlig erschöpft. Und nicht so leer wie an solchen "Rumschlumps"-Tagen. Ganz klar: Ich brauche mehr Fokus, um meine Energie nicht verpuffen zu lassen. Anders ausgedrückt: Ich muss meine Fähigkeit zur Selbstorganisation mehr ausbauen. 

Organisieren, Schreibtisch
Minimalistische Ordnung von freshideen.com

Nachdem alles "Mir-selbst-gut-zureden" und alles "Ganz-fest-vornehmen" nichts gebracht hat, muss ich mir nun selber etwas mehr Struktur geben. Wisst ihr noch, in der Schule, wie schön es war zu wissen, nach Englisch kommt zwei Stunden Mathe? Und wenn man Mathe hat, kann man nicht gleichzeitig Musik machen, das sieht ja wohl jeder? 
Also denn spiele ich mal meine eigene Lehrerin und erstelle mir einen Stundenplan. Ob das etwas bringt, werde ich weiter berichten. 





10.04.15

Neue Link-Party

Da ist etwas am Planen, am Brodeln, in geheimen Hinterzimmerchen am Tuscheln, Mails am Fliegen und Flattern. Jetzt endlich ist es so weit:

Es gibt eine neue Link-Party.


Einfach, nachhaltig, besser leben. Das ist Titel und Thema der neuen Blog-Parade, die ich gemeinsam mit Maria, Marlene, Zora und der Zwergenmama hoste. Einmal im Monat für 30 Tage wird die Link-Party offen sein für alle grünen DIY-Ideen und urbanen Selbstversorger da draußen. Verlinkt Euern Beitrag hier im Kommentar, und ich füge Euch ins Pinterest Board ein. Hier findet ihr alle weiteren Infos.

Jetzt bleibt mir nur noch eins: Die virtuelle Champagner-Flasche an der Bugwand unseres neuen Flagschiffes zerschellen zu lassen und die erste Parade für eröffnet zu erklären!


Folge einfach nachhaltigs Pinnwand „[EiNaB] April 2015“ auf Pinterest.

31.03.15

Urlaub

Schon lange war es etwas ruhig hier, und das wird es auch noch etwas bleiben. Arbeit und Krankheit reichten sich in den letzten Wochen die Hand, und jetzt starte ich in den langersehnten Osterurlaub. Am 10.04. werde ich wieder da sein, mit einem Beitrag, über den ich mich jetzt schon freue wie ein kleines Mädchen... :-)

Frohe Ostern!

alles liebe,
frederike

18.03.15

Gastbeitrag: Motorik-Spiele

Heute ist ein schöner Tag, sonnig, warm, frühlingshaft. Und heute ist auch der Tag, an dem zum ersten Mal ein Gastbeitrag von mir woanders erscheint, nämlich bei der Kellerbande. Ich freu mich sehr, dort zu Gast zu sein! Inspiriert von der Reihe über Motorik-Spiele für Kinder habe ich überlegt, was denn meiner Kleinen Freude bereiten könnte. Herausgekommen ist ein kleines Fädelspiel. Ganz im Sinne des Upcyclings habe ich nur Materialien verwendet, die ich bei mir zu Hause gefunden habe. Also, auf zum Motorik-Spiele-Mittwoch!

Upcycling Spielzeug

16.03.15

Fix it - Jeans flicken und kürzen

Nachdem Maria ihre neue Blogparade "Fix it - Reparieren ist nachhaltig" ins Leben gerufen hatte, habe ich überall in unserer Wohnung Dinge gesehen, die dringlichst repariert werden müssen. Besonders Klamotten. Ich habe unter dem Nähtisch eine ganze Kiste voll mit Klamotten, die geflickt, gestopft, gekürzt oder umgenäht werden müssen. Und am Wochenende hatte ich ein bisschen Zeit, wenigstens etwas davon in Angriff zu nehmen.

Jeans flicken und kürzen
Sehr ärgerlich: Löcher an der Schenkelinnenseite. Da ich fast ausschließlich Fahrrad fahre (wir haben kein Auto), ist diese Stelle durch den Sattel besonders beansprucht und wird bei jeder meiner Hosen als erstes fadenscheinig.
Um die Stellen zu reparieren, habe ich ein Stück Jeans von innen auf die Löcher genäht. Dann bin ich von außen im Zick-Zack über die ganze Breite gegangen, um die Löcher zu schließen und weiteres Ausfransen zu verhindern.


jeans flicken 2

Diese Hose war mir außerdem schon immer zu lang. Als ich sie mir gekauft hatte, war das Umkrempeln von Hosenbeinen gerade total in. Also bin ich mit zweimal umgeschlagener Krempe durch die Straßen getigert, wobei ich mir den Saum der Hose schön abgelaufen habe. Nunja, ich wollte die Hose ja eh kürzen.
Ich habe eine ziemlich gute Video-Anleitung gefunden, wie man Hosen mit dem Original-Saum kürzt. Das Abmessen, Ausrechnen, und das Rumgefrickel mit vier Lagen Jeans hat mich etwas Schweiß und Nerven gekostet, aber dafür kann ich meine Hose jetzt in einer anständigen Länge tragen.

Original Saum

Jeans kürzen mit Orignal Saum

Eine Hose "für Fein" wird sie wohl nicht mehr, aber mit Kleinkind und Garten gibt es ja genug Einsatz-Möglichkeiten für eine Arbeitshose.
Ich freue mich sehr über diese neue Link-Party, wo ich ab jetzt hoffentlich regelmäßig teilnehmen werde (zur Freude meiner Näh-Kiste.)

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Verlinkt bei Fix it!

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