21.09.15

Musikempfehlung: Die Kleingeldprinzessin

Heute, bevor ich wieder für zehn Tage in den Urlaub verschwinde, möchte ich mal eine Musikempfehlung aussprechen und euch eine Künstlerin vorstellen, die mir wirklich sehr viel bedeutet: 

Dota Kehr - Die Kleingeldprinzessin

Live-Konzert, Bild (C) www.weg-eins.de

Nicht nur ist sie eine total entspannte, unprätentiöse Person, ihre Stimme genauso gechillt wie ihre Musik (eine Mischung aus Bossa Nova, Liedermacher, Weltmusik und Ska), und nicht nur besingt sie meine Lieblingsgroßstadt. Das Beste, wirklich das Aller-aller-beste: ihre Texte. Solch Lyrik! Solch Reimfreude, schillernd bunte Sprachkreativität! Alltägliches wird auf einmal mystisch, der Blick auf die kleinen Schönheiten, auf die eigenen Gefühle ist Poesie pur. Bekannt geworden ist sie mit diesem Lied: "Alles Du, alles Dur" - eines der wunderschönsten Liebeslieder, die ich kenne (und endlich mal aus weiblichen Ich-Perspektive). 
Aber vor allem ist sie wahnsinnig politisch und zeitkritisch, viele ihrer Lieder behandeln Themen der Globalisierung und Konsumkritik. Wie zum Beispiel das Lied "Zeitgeist" aus dem Album "Blech und Plastik", oder, mein Liebling, "Immer die Anderen" aus dem Album "Die Kleingeldprinzessin" (im link live). 

1. Mai in Berlin, (C) www.maulbeerblatt.com

Noch ein paar persönliche Lieblingslieder: 
Trägst Du mich (solo und live, leider keine so gute Quali, aber einfach unglaublich gut)

Wem die Musik gefällt, dem möchte ich ans Herz legen, sie zu unterstützen und ihre Alben direkt bei ihr zu kaufen. Auf ihrer Website gibt es einen Online-Shop, in dem es neben den Alben auch Merchandise Artikel gibt. Die Alben sind beim hauseigenen Label "Kleingeldprinzessin Records" erschienen, das sie gegründet hat, um künstlerisch unabhängig zu bleiben. Der Erfolg gibt ihr Recht!

Viele entspannte, klangvolle Momente mit der Kleingeldprinzessin wünscht Euch
Eure frederike

15.09.15

Apfel-Essig selber herstellen

Und was wurde nun aus dem Apfel-Essig-Experiment? Ein Erfolg, würde ich sagen. Nach guten drei Wochen steht die Mischung noch immer auf dem Küchentisch und gärt so vor sich hin. Und ist Essig geworden. Jeden Tag riecht der Essig saurer, der Essig reift nach. Mein Fazit: Essig machen ist super einfach. Nie mehr Apfelschalen entsorgen!
Hier einmal zusammengefasst, wie ich das Ganze gemacht habe:

Apfel-Essig selber herstellen


Ansetzen

Apfelschalen und Kerngehäuse in ein weithalsiges Gefäß geben. Mit 1 - 2 Esslöffeln Zucker verrühren und mit Wasser aufgießen. Das Gefäß abdecken, aber nicht luftdicht verschließen.

1. Woche

Täglich die Mischung kontrollieren und umrühren. Dabei immer einen sauberen Löffel nehmen und das Gefäß nie luftdicht abschließen. 

Apfelessig 1

Übrigens: Das Glas hier ist bei weitem nicht so voll wie am Anfang. Nach einiger Unsicherheit habe ich dann doch etwas Wasser wieder ausgeschüttet, einerseits weil ich nicht wollte, dass das Glas überschäumt, andererseits weil die Wasser-Oberfläche so größer ist und mehr Sauerstoff an die Flüßigkeit kommt, was bei der Essigherstellung ja durchaus gewünscht ist. 

2. Woche

Die Apfelschalen abseihen. Das Gröbste ist geschafft, nun hin und wieder umrühren und kontrollieren, bis der Essig die gewünschte Reife erreicht hat. 
An der Oberfläche bildet sich manchmal eine trübe Schicht. Das ist die sogenannte Essigmutter, also die Essigbakterien. Man kann sie einfach unterrühren und bei Bedarf den Essig nochmals abseihen.

Apfelessig 2


Und das war's auch schon. Aus anderen Obstresten kann man ebenfalls Essig herstellen. Es gibt im Netz ganz viel Infos zur Essigherstellung und -verwendung, aber das Grundprinzip ist ganz einfach: Obstsaft so lange vergären lassen, bis er Essig ist. 
Auch wenn einem die guten Eigenschaften des Essigs ja bekannt sind, tut sich mir doch gerade eine ganz neue Welt auf. Wofür ich meinen Essig jetzt alles verwenden kann! 

- Kochen
- eigenes Putzmittel herstellen
- Weichspüler
- Haarwäsche
- Kosmetik
- Naturheilkunde

Apfelessig abseihen

Der Möglichkeiten sind mannigfach. Und ich muss nicht einmal sparen, denn ich kann mir Essig ja nun in rauen Mengen jederzeit selbst herstellen. Über die weitere Verwendung werde ich hier natürlich immer wieder berichten ;-) 
Und weil dieses Projekt erstens erfolgreich, und zweitens irgendwie total nachhaltig ist, verlinke ich es bei Einab, das diesen Monat bei Maria Widerstand stattfindet. 

02.09.15

Wolle spannen

Im Urlaub bei meinen Eltern habe ich im Schrank einen alten Schal von mir gefunden. Meine Oma hatte ihn mir damals gestrickt und die Farben haben mir immer sehr gefallen. Leider war der Schal aus etwa 150g Wolle zu kurz, um ihn locker und lässig um den Hals zu schwingen. So lag er denn die meiste Zeit im Schrank, ungenutzt. Was damals zwar schade war, aber dafür gesorgt hat, dass die Wollfasern geschützt blieben und sich nicht durch ständigen Gebrauch verfilzten. So konnte ich den Schal auch nach Jahren gut wieder aufribbeln. Jetzt liegen vor mir drei Knäul Wolle, mit Erinnerung verbunden, in noch immer sehr schönen Farben.


Daraus möchte ich für meine Tochter eine Weste für den nahenden Herbst stricken. Eine Ringelweste in bunten Herbsttönen - ich muss nur noch den richtigen Schnitt finden.
Nun kennen wir das ja alle: Aufgeribbelte Wolle ist nicht mehr glatt, der Faden kräuselt sich wie eine aufgespannte Sprungfeder und macht das Stricken ziemlich umständlich. Meine Oma, die Meisterin der Wiederverwertung und des Nichts-Wegschmeißens (re-use und no-waste heißt das heute ;-)) hat mir als kleines Mädchen schon erklärt, wie man Wolle wieder glätten kann: 

Man spanne die Wolle recht ordentlich, aber nicht zu stramm um ein Holz, feuchte sie gut durch und lasse sie wieder trocknen. 

So einfach ist das. Ich habe die Stuhllehne von einem Wohnzimmerstuhl genommen und zum befeuchten eine Blumenspritze. Es bietet sich an, ein Handtuch unter den Stuhl zu legen, da die Wolle ja wirklich gut durchfeuchtet sein soll, um nicht zu sagen nass, und das tropft. Ich habe die Wolle angesprüht und das Wasser vorsichtig "eingeklopft", um die Wolle nicht zu verfilzen. 



Am nächsten Morgen war die Wolle trocken, und ich konnte sie wieder aufwickeln (auf ein zerknülltes Zeitungspapier, noch ein Tipp meiner Oma). Der Faden ist bedeutend glatter, und ich bilde mir ein, auch ein bisschen weicher geworden. Fabrikneu ist die Wolle nicht, vielleicht habe ich sie doch nicht stramm genug gespannt. Aber auf jeden Fall kann ich jetzt wieder sehr gut damit arbeiten. 


Diese Methode erfordert etwas Zeit und Geduld. Man erspart sich aber echt einige Nerven, wenn man nicht mit dem klein-gekräuselten Garn strickt. Außerdem wird das Strickbild am Ende ordentlicher. Und wann immer Gutes, Gebrauchtes wiederverwendet werden kann, lohnt sich die Mühe. 

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Diese kleine Tutorial schicke ich zu Einab im August

   



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