10.03.16

Einab im März

Nun fängt das schöne Frühjahr an! Neue Erdenbürger haben das Licht der Welt erblickt, alte Wege wurden neu beschritten, Entscheidungen getroffen, wieder verworfen und wieder neu getroffen. Doch bevor hier davon berichtet wird, zunächst eine Nachricht, über die ich mehr als stolz bin: 


Unsere kleine link-Parade Einab, deren Mitinitiatorin ich bin, ist gar nicht mehr so klein. Im Gegenteil, sie hat sich gemausert und bezieht nunmehr ihr eigenes Blog! Kurz vor dem ersten Jahrestag von Einab geht heute, am 10.03. die eigene Internetpräsenz an den Start. Hurra! :-) 
Künftig könnt ihr dort in gewohnter Manier Eure Beiträge verlinken, kommentieren und einfach stöbern. Zum Blog
Zudem haben wir eine Facebook-Gruppe eingerichtet. Alle Menschen, die sich bei Einab verlinken oder mitlesen sind herzlich eingeladen, der Gruppe beizutreten und ihre Beiträge auch dort zu posten. Abonniert Nachrichten der Gruppe, um keinen Beitrag zu verpassen! 

Was ist Einab und wer steckt dahinter? Hier lang
Was bisher geschah... Hier lang.
Zur Linkparade bei Pinterest geht's hier lang.

Mein Dank gilt meinen tollen Blogger-Kolleginnen, mit denen ich gemeinsam Einab zum Laufen bringen durfte. Vor allem Maria Widerstand ist mit Feuereifer dabei und im Grunde die treibende Kraft hinter Einab. Danke Euch allen!
Außerdem bedanke ich mich an dieser Stelle auch einmal ausdrücklich bei allen BloggerInnen, die ihre Beiträge bei Einab verlinkt haben. Leute, ihr seid klasse! Wie viele wunderbare Ideen hier immer wieder zusammenkommen! Ich staune, lerne und lasse mich inspirieren (auch wenn ich gerade selber nichts poste.) 
Bevor ich nun ganz sentimental werde, hör ich lieber auf und schick Euch auf die Reise zum Einab-Blog
Bis bald in diesem Theater, 
Eure Frederike

14.12.15

Organisiert Leben 4 - Die systematische Betrachtung

- Teil 4 der Fly-Serie - 


Im dritten Teil habe ich die zeitliche Einteilung der FlyLady-Haushaltsführung erklärt. Folgt nun die räumliche: 

Der Wohnraum wird in mehrere Ebenen unterteilt:

* Zonen
* Hot-Spots
* "Shiny sink"

Zonen:
Zonen bilden die grundlegende Einteilung der Wohnung. Hier gibt Pam Young eine Einleitung zu den Zonen. Das hier sind Fly Ladys Zonen. Der Sinn hinter den Zonen ist ganz klar: fokussiert bleiben. Für uns ablenkungsgefährdete SHEs sehr hilfreich. Wie gesagt findet in den Zonen die Tiefenreinigung statt. Aber zunächst wird jede Zone entrümpelt (dazu später).


Hot-Spots:
Dort, wo sich unwiderstehlich alles Zeug sammelt, die Orte, die nach 5 Minuten wieder komplett zugemüllt sind - das sind unsere Brandherde (Hot-Spots). Es gibt mehrere Brandherde in einer Wohnung, und Teil jeder Abend-Routine sollte es sein, die Hot-Spots freizuräumen.


"Shiny sink":
Was Cilley über die Shiny sink zu sagen hat, gleicht einem Mantra: Shine your sink! (Bringe Deine Spüle zum Glänzen). Warum gerade die Spüle? Simpel: Irgendwo muss man ja anfangen. Anderswo sagt sie, dass jeder Raum seine eigene "glänzende Spüle" hat - der Bereich, der einen ganzen Raum entweder unordentlich oder aufgeräumt erscheinen lässt. Im Schlafzimmer ist es das Bett, im Wohnzimmer vielleicht der Esstisch, und in der Küche eben die Spüle. Diese Orte frei zu halten ist neben den Hot-Spots vielleicht das Wichtigste an unseren Routinen.

Damit ist die Systematisierung des "Lebensraums" Haushalt erstmal komplett. Wie wir uns nun durch diese Räume arbeiten können, sie in (einigermaßen akzeptabler) Ordnung halten können, bespreche ich im nächsten Teil. Dort wird es um die Werkzeuge gehen, die uns Flugaspiranten an die Hand gegeben werden, um durch den Tag zu fliegen...

Noch ein letztes Wort zum Sinn oder Unsinn dieser Fly-Serie: Wie oben beschrieben, ist die erste Aufgabe, die ein junger Flugaspirant bekommt, das Entrümpeln der Wohnung (declutter). Jeder von uns hat einfach SO. VIEL. ZEUG! Das Entrümpeln zeigt in zwei Richtungen: erstens wird die Wohnung ordentlicher und einfacher zu pflegen (Cilley: You can't organize clutter, you can only get rid of it!), zweitens werden wir uns darüber bewusst, was wir alles haben, und das wir eigentlich so Vieles gar nicht brauchen. Entrümpeln ist immer der erste Schritt in Richtung minimalistisches Leben. Insofern passt eine Serie über Haushaltsführung und Ordnung-Halten meiner Meinung nach perfekt zu einer nachhaltigen, minimalistischen Lebensführung. 

Was denkt ihr? Hinterlasst einen Kommentar, wenn Euch was unklar ist, etwas fehlt oder ihr anderer Meinung seid. Ich freue mich auf Austausch!

09.12.15

Einab im Dezember - Filz-Korb DIY


Und wieder einmal darf ich stolze Gastgeberin der Blog-Parade "Einfach.nachhaltig.besser.leben" [Einab] sein! Maria, Marlene, Zora, die Zwergenmama und ich wollen dem Thema Nachhaltigkeit eine breitere Basis verschaffen und BloggerInnen mit grünen Themen über unsere Blog-Parade vernetzen. Wie das bisher aussah könnt ihr auf Pinterest nachschauen. Mehr Infos findet ihr hier. Mitmachen kann wie immer jeder mit eigenem Blog: einfach unten über Inlinkz selbstständig verlinken (bitte achtet auf den korrekten Backlink). Eine neue Pinterest-Wand wird es auch geben. 

Mit meinem ersten Einab-Beitrag bin ich erst einmal sehr unweihnachtlich unterwegs. Wie meine letzten Beiträge zeigen, bin ich ja gerade zum Ordnungs-Apostel geworden (Teil 1, Teil 2, Teil 3). Im Zuge der Ordnerei fiel mir auf einmal auf, dass in meiner Wohnung ein frappierender Mangel an Ordnungssystemen (Körben, Kisten, Schachteln, ...) herrscht. Wer hätt's gedacht: Um Ordnung zu halten, braucht man Dinge, mit denen man Ordnung halten kann! Vor allem meine Schubladen und Schränke sind diesbezüglich in einem desolaten Zustand: Alles wird mehr oder minder hineingeschoben oder -gelegt, in der Hoffnung, dass das Krempel-Tetris den ersten Versuch, etwas herauszuziehen, überlebt. Nun, dem soll nun ein Ende gesetzt werden. Aber weil ich erstens zu geizig sparsam bin, um mir Unmengen an fancy-schmancy Körbchen und Kistchen zu kaufen, und weil zweitens solche Körbchen und Kistchen bei den üblichen Händlern kaum nachhaltig, fair und plastikfrei produziert werden, mache ich sie mir selber. Den Anfang macht dieses wunderbare, weil unübertroffen einfache Filz-Körbchen.

Filz-Korb selber machen

Zugegeben, "from scratch" kann man diese Kiste nicht machen. Man benötigt ein viereckiges Stück dicken Filz. Ich vermute aber, dass sehr dicker oder mehrlagiger Stoff den selben Dienst tut, und den findet die eine oder der andere vielleicht in seiner Bastelkammer... (Mein Filz war ein weitergegebenes Stück Bastelfilz und wartete in meinem Schrank seit guten drei Jahren auf seinen großen Augenblick.)

Das Filzstück wird auf die gewünschte Größe zugeschnitten. An allen vier Ecken wird nun ein Quadrat abgeschnitten. Das rote Rechteck ergibt die Grundfläche eurer Box.

Grundfläche

Dann werden die aneinanderstoßenden Seiten der Quadrate von außen zusammengenäht.

zusammennähen

Einfach so. Ohne Schnickschnack.

zusammennähen

Verriegelt Anfang und Ende eurer Nähte.

Nähte verriegeln

Fertig.

das fertige Körbchen



Dieses eher praktische als schmücke Kistchen enthält jetzt mein Nähzubehör in einer Kommode. Wenn ich die Nähmaschine auspacke, hole ich einfach das Kistchen hervor und von Maßband bis Mini-Schraubschlüssel ist alles griffbereit.
Viel Spaß beim Nachmachen! Und wenn ihr die Box aus anderem Stoff schneidert, verlinkt Euch doch. Ich bin gespannt, wie das dann aussieht.

Übrigens: Für viel Geld kann man sich das Ganze auch in schick kaufen: link. Verrückte Welt... :)

Einab im Dezember







Pinterest

10.11.15

Organisiert Leben 3 - Das FLY-System, eine systematische Betrachtung

- Teil 3 der Fly-Serie

Und weiter geht's! Da wir ja nun in der Theorie wissen, dass wir uns weder krummlegen noch 14 Stunden am Tag Staubwedel und Besen schwingen müssen, um jederzeit eine präsentable Wohnung zu haben, fragt sich nur noch, wie das praktisch zu erreichen sein soll.

Ich werde das Ganze mal sehr systematisch präsentieren. Zum einen, weil ich hier einen Mehrwert zur Homepage bieten möchte (die ich ziemlich unübersichtich finde) und für manchen ein bisschen mehr Systematik im System hilfreich wäre. Zum anderen, weil sich das Fly-System nachgeradezu aufdrängt, systematisch dargestellt zu werden - es ist so wunderbar einfach strukturiert, das ist auch der Grund, warum es so wunderbar funktioniert. Und zuletzt möchte mein Akademiker-Hirn einfach allem und jedem ein System überstülpen - was soll man machen ;)
Also, auf zur Wissenschaft der Haushaltsführung!

Zunächst unterscheiden wir zwei Ebenen: Zeitlich und Räumlich.

1. Zeitliche Ebene

Alle anfallenden Aufgaben werden ihrer Frequenz entsprechend geordnet:

  • täglich
  • wöchentlich
  • monatlich
  • (viertel-jährlich)
  • jährlich

Täglich:
Aus den täglich anfallenden Aufgaben ergeben sich unsere Routinen. Routinen sind das hilfreichste und erfolgreichste Werkzeug, das uns die Fly-Lady an die Hand gibt. An verschiedenen Stellen (hier, hier) schreibt und spricht sie darüber, und eigentlich ist es ganz einfach: Täglich einen gewissen Grad an Ordnung aufrecht erhalten, und es wird nie mehr Hau-Ruck-Aufräum-Aktionen geben.
Es gibt am Tag 2, bzw. 3 Routinen, ja nachdem, was für den Flugaspiranten hilfreich ist. Hier findet ihr meine Routinen (die schon im April einigermaßen standen).*

Wöchentlich:
Die wöchentlichen Aufgaben werden als Daily Focus zusammengefasst. Dabei muss es sich nicht immer um konkrete Aufgaben handeln. Oft sind es nur Themen, unter denen ein Tag steht (so wie der Anti-Prokrastinations-Tag, what a day!)

Monatlich:
Jeder Woche des Monats wird eine Zone zugeordnet. Zonen sind neben den Routinen das zweite wichtige Element des Fly-Systems. Der Monat hat 5 Wochen - drei komplette und 2 halbe je am Anfang und Ende des Monats. Das heißt, das Haus oder die Wohnung kann in 5 Zonen aufgeteilt werden. Hier nun wird die Tiefenreinigung angesiedelt, die über das tägliche Sauberhalten hinausgeht: Unter den Schränken saugen, Schränke auswaschen. ... was auch immer dem Flugaspiranten in dem Sinn kommt. Das Gute ist, dass man 5 Tage Zeit für die Grundreinigung hat (die Wochenenden sind frei, yippieh!). Mehr als eine viertel Stunde am Tag muss man also auch hier eigentlich gar nicht machen. Die Grundreinigung wird also in tägliche Missionen in der jeweiligen Zone eingeteilt. Bis jetzt halte ich mich noch gar nicht an die Vorschläge auf der Website, sondern erstelle meine eigenen, je nachdem, was mir am Wichtigsten erscheint. Meine aktuellen Zone-Missions findet ihr hier.*


Jährlich:
Ganz klar zählen hier die jahreszeitlichen Aktivitäten hinein, wie Weihnachts-Vorbereitungen (grade das Thema auf der Fly-Seite). Hier muss ich noch Erfahrung sammeln, um darüber berichten zu können, so lange bin ich ja auch noch nicht dabei.


Im nächsten Teil dann erzähle ich etwas zu der räumlichen Einteilung und dann sollte das System hoffentlich etwas klarer geworden sein.

Weiterlesen: Teil 1Teil 2

* Kommt in Bälde...

30.10.15

Organisiert Leben 2 - Von den Freuden und Leiden, eine SHE zu sein


- Teil 2 der Fly-Serie -

Begonnen hat wohl alles in den 80ern in den USA. Pam Young und Peggy Jones, zwei Schwestern, liebevoll die "Slob Sisters" genannt, haben den Bestseller Sidetracked Home Executives veröffentlicht und sind damit zu einem Klassiker der Haushaltsführungs-Literatur geworden. Ihr System basierte auf farblich sortierten Karteikärtchen, auf denen die jeweiligen Aufgaben standen. Vielen hat diese Herangehensweise geholfen - so auch Marla Cilley, die dereinst die FlyLady werden sollte.

Doch bevor wir uns den höheren Weihen des Fly-Systems annähern, möchte ich das emotional Besondere an Cilleys und Youngs Ansatz hervorheben.
Der Titel "Sidetracked Home Executives" ist nicht zufällig gewählt. Neben dem neckischen Akronym SHE beinhaltet dieser Name für alle mis-organisierten Damen und Herren Folgendes: Wir sind Manager des eigenen Haushaltes. Aber, so sehr wir uns auch bemühen, irgendwas kommt immer dazwischen, wir werden abgelenkt (sidetracked).
Young und Cilley bezeichnen sich selbst als SHEs. Cilley sagt einmal, dass sie genau weiß, wenn sie drei Tage mal nicht aufräumt, explodiert ihr Haus. Als ich das gelesen hatte, konnte ich mich innerlich nur bedanken: Was für eine Erleichterung, dass es diesen "Heldinnen" des Organisiert-seins genauso geht wie uns allen anderen auch. Neben den SHEs gibt es noch die BOPs: Born Organized Persons! Also, ich bin definitiv keine born organized person, und das System der FlyLady ist genau für Leute wie mich: von SHEs für SHEs.

Warum diese Spielerei mit Abkürzungen und Bezeichnungen? Was ein bisschen albern anmutet hat eine tiefere Botschaft: Es ist okay, wenn man nicht als perfekt organisierter Mensch auf die Welt kommt. Es gibt solche und solche, man muss keine BOP sein! Es ist total okay, wenn man immer wieder abgelenkt wird, das ist kein Makel sondern Zeichen für Kreativität*. Schluss mit dem: "Nimm Dir einfach vor, es anders zu machen, dann schaffst du das schon." Ganz ehrlich: Durch Fest-Vornehmen hat sich bei mir noch nie was verändert! Das ist ja genau der Punkt: Bessere Selbstorganisation lässt sich nicht durch festen Willen erreichen, dazu fehlt - die Selbstorganisation. Daher funktionieren alle Pläne, Listen und guten Vorsätze nicht: Sie überfordern die SHE in mir und danach habe ich nur ein schlechtes Gewissen, weil ich mal wieder nichts geschafft habe und meine eigenen Vorsätze mal wieder nicht eingehalten habe. Das FlyLady-System beginnt genau an diesem Punkt: Beim schlechten Gewissen, dass man es immer noch nicht schafft, ein perfekt organisiertes Leben zu führen. Dass man eben keine BOP ist. Die Hauptbotschaft lautet: Stop beating yourself up! Hör endlich auf, dich selbst runterzumachen für die Art und Weise wie Du (nicht) aufräumst. Wir können den Rucksack, den jeder von uns durch das Leben trägt, nicht ändern, nur unsere Einstellung dazu. Durch Selbstvorwürfe wird niemand eine organisierte Person.

SHEs sind Perfektionisten, dabei sehr kreativ, und eigentlich haben wir alle Voraussetzungen, um ein glückliches, erfülltes Leben zu führen. Wenn wir uns nicht durch unseren Perfektionismus immer wieder ein schlechtes Gewissen machen lassen würden (ich schaff dies-oder-jenes nicht perfekt, also lass ich es ganz). Das Einzige, was wir tun müssten, ist uns selbst liebevoll an die Hand zu nehmen, uns sagen, dass alles gut ist, auch wenn wir nicht in 2 Tagen die komplette Wohnung auf Hochglanz gebracht haben, und uns einfach die Erlaubnis geben, langsam zu machen. Was SHEs nicht brauchen, ist der berüchtigte "Tritt in den Allerwertesten" - wie unhöflich kann man zu sich selbst eigentlich sein? Nicht umsonst ist das Backronym für FLY: Finally Loving Yourself.

Ich brauche nicht den tausendsten "Krempel Dein Leben um in 30 Tagen" Ratgeber, von einer BOP geschrieben, der nur Überforderung und schlechtes Gewissen hervorruft. Ich brauche den Seelenstreichler: Mach langsam, ist nicht schlimm, trink erstmal 'nen Tee, hör auf, dich verrückt zu machen. Das ist für mich das Besondere am FlyLady-System. Und nur deswegen kann ich dabei bleiben und es für mich nutzbar machen.


Weiterlesen: Teil 1, Teil 3 


* In ihrem neuen Buch "The Joy of being disorganized" zeigt Pam Young die positiven Aspekte des Unorganisiert-seins und fordert dazu auf, nur genau so viel Organisation ins Leben hineinzutragen, dass man immer noch die kreativen, spontaten, unorganisierten Seiten genießen kann.

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